Ablauf einer Unternehmenssanierung

Beratung



Wie sieht der Prozess einer Unternehmenssanierung genau aus?

In einer Unternehmenskrise muss im ersten Schritt eine genaue Krisen-Analyse durchgeführt werden, um den Problemen auf den Grund zu gehen. Dies nennt man auch Standortbestimmung. Es wird geprüft, wie weit eine Krise fortgeschritten ist, also in welchem Stadium sich das Unternehmen befindet.

Man kann eine Unternehmenskrise verschiedenen Themen zuordnen. Hierzu ein paar Beispiele:

  • Unternehmenskrise aufgrund von fehlendem Know-how, unternehmerischen Konzepten oder Strategien
  • bilanzielle Krise und erste Anzeichen für eine wirtschaftliche Pleite
  • Krise aufgrund eines Mangels an Liquidität und drohender Zahlungsunfähigkeit
Je früher die Sanierung einsetzt, umso mehr Möglichkeiten und Zeit stehen für die Bewältigung der Unternehmenskrise zur Verfügung. Befindet sich der Unternehmer erst einmal in einer Liquiditätskrise, dann wird die Lage zunehmend kritisch. Ein typischer Verlauf ist es, dass dies die letzte Phase vor der Insolvenz ist. Ist diese eingetreten, besteht kaum noch Spielraum zur Verbesserung oder Beseitigung der Unternehmenskrise und zu einer erfolgreichen Unternehmenssanierung.

Können Lieferanten oder die eigenen Mitarbeiter nicht mehr pünktlich bezahlt werden, so gerät der „Motor“ und damit die eigene Wertschöpfungskette ins Stocken. In diesem Fall verliert das Unternehmen weiter an Liquidität. Ein weiterer Krisen-Faktor sind die institutionellen Gläubiger. Wenn das Finanzamt und die Sozialversicherungsträger nicht bezahlt werden, drohen sehr schnell hohe Strafen oder Vollstreckungsmaßnahmen.

Bei einer Regelinsolvenz droht auch bei juristischen Personen oft die Privathaftung

Kommt es zu einer "ungeplanten" Regelinsolvenz, so ist es möglich, dass der Geschäftsführer sogar privat haften muss, was gerade bei kleineren Unternehmen oder dem Mittelstand nicht selten ist. Das ist tragisch, denn durch die Unternehmenskrise ist nun auch die private Ebene betroffen. Diese Gefahr gilt es durch ein frühes Erkennen und Eingreifen zu minimieren.

Im Zweifel muss ein Insolvenzverfahren vorbereitet werden. Diese Maßnahme ist dann strategisch sinnvoll, wenn erkannt wird, dass eine außergerichtliche Sanierung nicht umsetzbar ist. Selbiges gilt für eine "unerkannte" Insolvenz-Antragspflicht (§ 15 a InsO). Auch sollte eine außergerichtliche Sanierungsoption den Möglichkeiten einer Insolvenz in Eigenverwaltung und/oder eines Insolvenzplans gegenübergestellt werden.

Die sofortige Standortbestimmung ist immer der erste Schritt, um zu erkennen, wie viel Zeit man noch hat und welche Maßnahmen zur Unternehmenssanierung benötigt werden. Ist dieser Schritt getan, so wird je nach Krisenstufe ein Konzept zur Restrukturierung oder Sanierung erarbeitet.

Die Konzepterstellung sieht u.a. folgende Maßnahmen vor:

  • eine genaue Darstellung der Krise sowie ihrer Ursachen
  • die Erläuterung und Bewertung der erkannten Handlungsoptionen sowie ihrer jeweiligen Vor- und Nachteile
  • die Begründung des gewählten Wegs zur Sanierung
  • eine Ausführung zu den einzelnen Maßnahmen der Sanierung und den erwarteten Kosten
  • positive Auswirkungen und ein Zeitplan für die Umsetzung
Bei der Erstellung und späteren Umsetzung eines Restrukturierungs- oder Sanierungskonzepts darf es keine Tabu-Themen geben. Sehr oft ist es notwendig, „heilige Kühe“ zu schlachten, um das Unternehmen insgesamt stärken und sanieren zu können.

In einer Krise sind viele externe Beteiligte oft zu Zugeständnissen bereit

Eine Unternehmenskrise bietet immer auch die Chance, dass festgefahrene Strukturen und für die heutigen Marktbedingungen „überholte“ Zulagen, Zusicherungen, etc. aufgebrochen und neu verhandelt werden können.

Denn meist sind Arbeitnehmer(-vertretungen), Banken, Kunden, Gläubiger und Lieferanten ebenfalls an einem Erhalt des zu sanierenden Unternehmens interessiert und bereit, ihren Beitrag für eine nachhaltige Sanierung zu leisten. Demnach sind alle Stakeholder im Rahmen eines Restrukturierungs- oder Sanierungskonzepts mit einzubeziehen und regelmäßig durch eine geeignete Kommunikations- und Informationspolitik „mitzunehmen“.

Je nach Größe und Komplexität des Unternehmens bzw. der Unternehmensstruktur ist es ratsam, ein eigenes Sanierungsteam aus internen oder externen versierten Spezialisten einzusetzen. Dieses Team begleitet im Rahmen einer Sanierungsberatung gemeinsam mit der Geschäftsführung die Durchführung, Kontrolle und ggf. Nachjustierung der Sanierungsmaßnahmen.

Anhand des Restrukturierungs- oder Sanierungskonzepts werden regelmäßig schriftliche Berichte angelegt. Diese enthalten Informationen hinsichtlich des Fortschritts, der Auswirkungen und Erkenntnisse bzgl. der Zielerreichung oder Abweichung.


Damit Ihnen die Kunden die Treue halten, ist es unabdingbar, dass Sie ihre Erwartungen erfüllen und oder gar übertreffen.

(Jack Welch, ehem. CEO General Electric)